Ob prickelnder Sekt oder leichte Cocktails, ob Longdrinks oder fruchtige Säfte – Aperitifgetränke sind Muntermacher und regen den Appetit an. Bereits die Griechen und Römer kannten die positive Wirkung dieser „Before Dinner Drinks“. Nach dem lateinischen Wort »aperire« (öffnen, hier auf den Magen bezogen) nannten die Römer solche Getränke „Aperitivum“. Besonders beliebt war bei ihnen der Honigwein Muslim. 

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Champagner, Sherry, Pastis…

Die Wahl des Aperitifs unterliegt neben den persönlichen Vorlieben vor allem regionalen Bräuchen und Traditionen. Die Franzosen reichen vor allem Champagner und Crémant, aber auch Spirituosen, Vins de Liqueur, und selbst Süßweine wie Sauternes und Barsac bahnen sich gelegentlich den Weg ins Aperitifsegment. Ein überall akzeptierter Starter ist Kir (trockener Weißwein mit Likör von schwarzen Johannisbeeren) oder die aus Weißwein und Mineralwasser gemischte Schorle. In Spanien serviert man trockenen Sherry, vor allem Fino und Manzanilla, während die Portugiesen weißen Port als Aperitif ausschenken. In Italien kommen Aperol oder wermuthaltige Drinks als Begrüßungsgetränk zum Einsatz. Die Deutschen genießen zum Aperitif gerne ein gut gekühltes Bier oder einen erfrischenden Winzersekt.

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Hinein in die Mußestunden

Auch ich schätze es, mit einem Aperitif den Feierabend einzuleiten und mich auf die Dinge einzustimmen, die in den nächsten Stunden auf mich zukommen – ganz gleich, ob es sich um ein mehrgängiges Menü oder eine einfache Brotzeit handelt. Es ist wie eine Brücke vom Alltag hinein in die Mußestunden. Mit einem Aperitif erleichterst Du Deinen Gästen das Ankommen, im Restaurant überbrückst Du mit ihm die Zeit, während Du in aller Ruhe die Wein- und Speisekarte studierst. Bist Du Gastgeber, dann reiche zum Aperitif eine Kleinigkeit zu essen. Das sollte natürlich kein früher Saftmacher sein, sondern mehr ein appetitanregendes Häppchen. Dafür eignen sich nicht zu salzige grüne Oliven, belegte Canapés oder kleine Spießchen von Fisch oder Fleisch.

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Vorspiel mit Stil

Heute gibt es keine allgemein gültigen Regeln, was als Aperitif ausgeschenkt wird. Das darfst Du durchaus als Aufforderung begreifen, mit den unterschiedlichsten Getränken zu experimentieren. Hier kannst Du durchaus auch mal was riskieren. Sorge für Aufmerksamkeit bei Deinen Gästen, für ein Aha-Erlebnis. Wenn Du sie gleich zu Beginn zum Staunen bringst oder gar für Begeisterung sorgst, ist das mit Sicherheit ein gelungener Auftakt für einen wundervollen Abend.

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Klassiker und Geheimtipps

Unter allen in Frage kommenden Varianten bevorzuge ich den Klassiker: einen trockenen Schaumwein. Ist es ein eher offizieller Anlass, wird die Wahl wahrscheinlich auf Champagner fallen. Wenn nicht, hast Du die Qual der Wahl. Ein deutscher Winzersekt (vgl. hierzu meinen Blog-Artikel zu Winzersekten) kommt dann ebenso in Frage wie ein Crémant von der Loire oder aus dem Elsass. Die Schaumweine der norditalienischen Region Franciacorta sind ungemein köstlich, aber noch immer ein Geheimtipp. Achte bei Deiner Auswahl darauf, dass der Alkoholgehalt des Schaumweins nicht zu hoch ist – denn ohne die nötige Grundlage kann er Dir und Deinen Gästen allzu leicht zu Kopfe steigen.

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Die Bühne für leichten Mosel Riesling

Fast alle trockenen Weißweine mit appetitanregender Säure eignen sich ebenfalls vorzüglich als Aperitif. Köstlich sind leichte Riesling-Weine von der Mosel mit ihrem ungeheuer moderaten Alkoholgehalt. Aber auch Muscadet von der Loire oder die leichteren Vertreter aus dem Elsass machen zum Auftakt eine gute Figur. Probiere auf jeden Fall auch mal Weine aus aromatischen Rebsorten wie zum Beispiel Muskateller aus der Steiermark, Scheurebe aus Rheinhessen und Albariño aus Galizien. Allesamt Exemplare, die ein großes Ausrufezeichen setzen.

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Im Business-Kontext findet oft vor dem gemeinsamen Essen ein Aperitif-Empfang statt. Beachte hier bitte, dass es nicht die feine Art ist, einen Rest des Aperitifs mit an die Tafel zu nehmen und dort auszutrinken. Bekommst Du dagegen Deinen Aperitif im Restaurant an der Bar serviert, weil der vorbestellte Tisch noch nicht frei ist oder gerade neu eingedeckt wird, dann musst Du nicht auf den Rest Deines Aperitif verzichten, wenn die erfreuliche Nachricht kommt, dass Dein Tisch bereit ist. Überlasse das Hinterhertragen des Aperitifs einer Restaurantfachkraft. Mit dem Glas in der Hand durch das Lokal wandern, gilt auch heute noch als unfein.

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Meine Empfehlungen für Dich

 

Champagner

Billecart-Salmon
Bollinger
De Sousa
Egly-Ouriet
Jacquesson
Krug
Larmandier-Bernier
Pol-Roger
Roederer
Ruinart
Salon

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Winzersekt

www.andresundmugler.de
www.georg-breuer.com
www.oekonomierat-rebholz.com
www.raumland.de
www.reichsrat-von-buhl.de
www.schlossgut-diel.com
www.sekthaus-solter.de
www.wagner-stempel.de
www.weingut-barth.de
www.weingut-bergdolt.de
www.weingut-braunewell.de
www.weingut-christmann.de
www.weingut-huber.com
www.weingut-kirsten.de
www.weingut-kuenstler.de
www.weingut-wehrheim.de
www.weinreich-wein.de 
www.wilhelmshof.de
www.winterling-sekt.de 
www.wittmannweingut.com

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Crémant

Bouvet-Ladubay, Loire

Franciacorta

Bellavista
Ca del Bosco
Berlucchi
Uberti

Muskateller (Steiermark)

Weingut Knispel
Weingut Wohlmuth
Weingut Tement

Scheurebe

Eva Vollmer
Johann Ruck
Winzerhof Stahl
Weingut Weltner

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Lass es Dir schmecken!

 

Wolfgang Staudt

 

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