Die Welt der Weine ist spannend und ungemein faszinierend, zugleich aber auch ziemlich komplex und nicht selten überfordernd. Insbesondere Neuankömmlingen fällt es nicht leicht, die Bühnen dieser Welt zu betreten und dabei locker und selbstbewusst zu bleiben. Spaß und Entdeckungsfreude werden immer wieder ausgebremst, wenn es heißt: Etiketten dechiffrieren, Qualitäten unterscheiden, Preisdifferenzen nachvollziehen und im Dickicht der Angebote die passenden Kaufentscheidungen treffen. Wenn auch Du gelegentlich an diesen schier unüberwindlichen Hürden verzweifelst, könnte dieser Blog-Artikel für mehr Gelassenheit sorgen.

Weinwissen – noch mal die Schulbank drücken?

Mitnichten! Du musst keine mehrjährige Ausbildung absolvieren, um dem Wein näher zu kommen und beim Öffnen und Servieren einer Flasche Spaß zu haben. Du musst auch nicht die Details der Weinbereitung, die Vielzahl der verwendeten Rebsorten und die kleinklimatischen Bedingungen unzähliger Weinbergslagen studieren. Um Freude an einem Glas Wein zu empfinden, ist all dieses Expertenwissen nicht erforderlich.

Wenn Du nur einige wenige Dinge beachtest, wirst Du in kürzester Zeit große Fortschritte machen. Du wirst Wein überlegter auswählen, zuversichtlicher einkaufen und souveräner servieren. Vor allem aber wirst Du Schluck für Schluck bewusster, zugewandter und entspannter genießen. Und Du darfst überrascht sein: viele Menschen in Deinem Umfeld werden bewundern, wie locker und gekonnt Du Wein in Szene zu setzen verstehst.

Hierzulande ist leider immer noch jede Menge spießige Engstirnigkeit und Besserwisserei im Umlauf. Sie behindert den lockeren Zugang zum Wein mehr, als dass sie ihn fördert. Deshalb will ich zunächst ein paar Dinge ins rechte Licht rücken, die vielleicht auch Deine inneren Einstellungen und Annahmen zum Wein neu justieren.

Befreie Dich von Konventionen beim Weingenuss

Mach Dich frei von Erwartungen und steifen Etiketten. Vertraue Deinem eigenen Geschmack, egal was Geschmackspäpste, Genusstheoretiker und Möchtegernkenner dazu sagen.
– Du musst einen Wein nicht mögen, bloß weil andere ihn mögen.
– Du musst einen Wein auch nicht deshalb mögen, weil er teuer war oder ein bekannter Experte ihn in den Himmel gelobt hat.
– Du musst in einem Wein nicht dieselben Aromen riechen und dieselben Dinge schmecken, die andere riechen und schmecken. Jeder hat in Geschmacksfragen persönliche Vorlieben. Das ist beim Wein nicht anders als auf den Feldern der Kunst, Musik und Literatur.
– Wirf diesen Ballast ab, mach Dich locker und begegne einem Wein auf Deine Art. Wenn er Dir schmeckt, ist alles gut. Wenn nicht, vergiss ihn oder probier ihn später noch einmal. 
Umso ehrlicher Du in diesen Dingen zu Dir selbst bist, desto leichter kannst Du Dich von einem Wein berühren lassen.

Genieße Wein unvoreingenommen

Begegne einem Wein offen, unvoreingenommen und tolerant. Sei neugierig und mach Dich frei von allen inneren Beschränkungen. Schicke Vorurteile in die Wüste und gib jedem Wein eine zweite Chance, Dich zu begeistern. Bedenke, dass es nicht immer am Wein liegen muss, wenn er Dir nicht gefällt. Stimmungen, Orte, Menschen, Speisen und vieles mehr beeinflussen die Begegnungen. Und beim nächsten Mal kann alles schon wieder ganz anders sein.

Plappere nicht die Wein-Irrtümer anderer nach

Rund um das Thema Wein ist viel Unsinn im Umlauf. Dieser Unsinn setzt sich leider ziemlich leicht und hartnäckig in den Köpfen der Verbraucher fest und behindert vorurteilsfreie Begegnungen. Hier ein paar Beispiele:
– Wein muss atmen
– Rotwein trinkt man bei Zimmertemperatur
– Süßweine taugen nichts
– Riesling ist sauer
– dunkle Rotweine kratzen
– helle Rotweine können nicht gut sein
– Schraubverschlüsse deuten auf niedrige Qualitäten hin
– Wein wird mit zunehmendem Alter besser

Begegne dem Wein aufmerksam…

Begegne einem Wein aufmerksam: Versetze Deine Sinne in Alarmbereitschaft und schau, rieche, schmecke und fühle genau hin; lasse alle Wahrnehmungskanäle zum Zuge kommen und erlaube Dir zu staunen. Wenn Du Worte findest, die Deine Eindrücke beschreiben, ist das toll und ich möchte Dich ausdrücklich dazu ermutigen. Aber das ist nicht notwendig, schon gar nicht zu Beginn. Nimm Dir Zeit und gib dem Wein alle Chancen, Dich zu begeistern. Vielleicht fallen Dir die passenden Worte erst später ein.

…und liebevoll

Behandle Wein liebevoll und setze ihn schön in Szene. Quäle ihn nicht durch lieblose Lagerung, schmälere seine Schönheit nicht dadurch, dass Du ihn zu kalt oder zu warm oder in unpassenden Gläsern servierst. Und achte auf den Kontext! Mute ihm weder stinkende Räume noch geschmacklose Zeitgenossen zu.

Was Du noch über Wein wissen solltest

Gar nicht sehr viel! Wissen kann den Genuss durchaus mehren, aber es ist keine Voraussetzung. Du kannst auch Musik genießen, ohne etwas davon zu verstehen. Wenn Du Dich aber mit dem Musiker, seinen Techniken und Botschaften vertraut gemacht hast, kann es passieren, dass Du mit anderen Ohren hörst. Diese Erfahrung habe ich auf dem Feld der Musik gemacht und ich habe sie auch beim Wein gemacht. Aber nochmal: Weingenuss verlangt kein spezielles Wissen!

Allein aufgrund des Preises oder der Ästhetik der Etikettengestaltung einen Wein zu wählen ist riskant. Deshalb rate ich Dir, Dich zumindest mit den wichtigsten Informationen der Flaschenetiketten zu beschäftigen, sonst bleibt jeder Kauf reine Lotterie. Nur wenn Du das Groß- und Kleingedruckte der Etiketten und Preisschilder kapierst und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kannst, wirst Du Dir eine realistische Vorstellung vom Flascheninhalt machen können. 

Fazit: Plädoyer für entspannten und achtsamen Weingenuss

Wein ist sicher kein einfaches Produkt und es soll hier auch gar nicht der Eindruck erweckt werden, der Zugang sei spielend und im Nu zu bekommen. Die Vielfalt der Angebote ist riesig, die Flaschenetiketten sind schwer zu verstehen und die gängigen Weinbeschreibungen irritierend. Aber solltest Du deshalb den Freuden, die der Wein bereithält, entsagen?

Ich sage darauf: Mache es Dir gemütlich und genieße entspannt ein Gläschen Wein. Verschwende keine Gedanken daran, was Du weißt und was Du nicht weißt. Schere Dich nicht darum, was Du riechen und schmecken solltest. Überlasse Dich einfach Deinen inneren Bildern und Empfindungen. Lass‘ Dich berühren und vielleicht ein wenig fortragen. Selbst wenn mehr in einem Wein steckt, als Du auf Anhieb erkennst, bleibt der Genuss eines Gläschens doch ein ganz wundervolles Erlebnis – und das ist der eigentliche Daseinszweck eines jeden Weins.

Weinwissen kann den Weingenuss vermehren

Auf jeden Fall tust Du gut daran, einen entspannten, genussorientierten Umgang mit Wein zu pflegen. Darüber hinaus kann es natürlich überaus nützlich sein, Dich ein wenig mit der Weinwelt vertraut zu machen, die wichtigsten Weinstile unterscheiden zu lernen und das Handling zu verfeinern. Denn dann wirst Du Dich beim Einkaufen, als Gastgeber und bei Geschäftsessen noch wohler fühlen und den Winetalk mit Freunden und Kollegen angenehmer gestalten. Ich werde in den nächsten Monaten spezielle Angebote entwickeln, die Dir helfen, einen souveräneren und befriedigenderen Umgang mit Wein zu finden. Versprochen: Du bekommst alles, was Du auf Deinem Weg zu mehr Weinkompetenz brauchst.

Einladung zum Online-Masterclass-Seminar: Sauvignon Blanc im Fokus

Wenn Du Lust hast, mal an einem Beispiel so richtig in die Tiefe zu gehen, wenn es dich juckt, mal wirklich im Detail zu verstehen, weshalb Weine – selbst wenn sie aus ein- und derselben Rebsorte gemacht sind – so völlig unterschiedlich schmecken können, dann lade ich dich ein, mein Online-Masterclass-Seminar zu besuchen. Dort erfährst Du, was sonst nur die Profis wissen.

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Lass es Dir schmecken!

 

Wolfgang