Beeinflusst die Wahl des Wassers den Weingenuss?

Die Einflüsse des begleitenden Wassers auf die Performance eines Weines werden bei weitem unterschätzt. Ich habe mich im Freundes- und Bekanntenkreis umgehört und war überrascht zu hören, dass in der Regel kein besonderes Augenmerk auf die Wahl des Wassers gelegt wird, wenn es als Begleiter zu Wein und Speisen zum Einsatz kommt. Die Wahl fällt in der Regel auf dasselbe Wasser, das auch zu anderen Gelegenheiten ausgeschenkt wird. Und da hat jeder seine persönlichen Vorlieben.

Mineralwasser - Brunnen

Welche Faktoren beeinflussen die Harmonie von Wein und Wasser?

Meine Erfahrung ist eine andere: Die Wahl des Wassers will ebenso bedacht sein wie die des Weins. Gerade Spitzenweine können an Wirkung verlieren, wenn dazu ein Wasser getrunken wird, das mit dem Wein nicht harmoniert. Was beim Wein längst als selbstverständlich gilt, wird beim Wasser noch oft übersehen: Jedes hat seinen eigenen Charakter und die Unterschiede im Geschmack können ganz erheblich sein. Verantwortlich dafür ist einmal die Herkunft des Wassers, zum anderen seine Behandlung bis zur Flaschenfüllung. Zwei Parameter sind für das Geschmackserlebnis entscheidend: die Art und Intensität seiner Mineralisierung und die Höhe des Kohlensäuregehalts. Beide Elemente beeinflussen das Zusammenspiel eines Mineralwassers mit Wein und Speisen.

Mineralwasser - Wassertropfen

Die Effekte von Kohlensäure und Mineralität

Eine intensive Mineralisierung vor allem mit Natrium, Kalzium und Magnesium lässt das Wasser sowohl kräftiger als auch salziger schmecken. Die Höhe des Kohlensäuregehalts hat dagegen vor allem haptische Effekte und beeinflusst das Mundgefühl eines Wassers. Wasser mit viel Köhlensäure wird als härter und lebendiger empfunden als kohlensäurearme Vertreter. In den meisten Fällen geht ein hoher Kohlensäuregehalt mit einer intensiven Mineralisierung Hand in Hand.

Was bedeutet das nun alles fürs Kombinieren mit Wein und Speisen? So stimmungs- und situationsabhängig die Dinge im Einzelfall auch immer sind, ergeben meine persönlichen Erfahrungen doch ein relativ klares Bild.

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Tipps fürs Kombinieren von Wein und Wasser

1. Trockene Weiß- und Rotweine vertragen sich recht gut mit einem ausgewogen mineralisierten Wasser mit dezentem Kohlensäuregehalt. Die Weine legen in Punkto Frische und Fruchtintensität zu.

2. Gerbstoffbetonte Rotweine und im Barriquefass vergorene Weißweine fühlen sich fast ausschließlich in Begleitung stiller Wasser wohl. Kohlensäurehaltige Wasser verstärken den adstringierenden und gelegentlich bitteren Eindruck der Tannine. Stille Wasser betonen dagegen die Fruchtigkeit der Weine und lassen sie runder und milder erscheinen.

3. Liebliche und süße Weine bevorzugen – je nach Süßeniveau – ein Mineralwasser mit höherem bis sehr hohem Kohlensäuregehalt. Im Zusammenspiel mit diesem Wassertyp tritt die Süße der Weine etwas in den Hintergrund, während ihre Frische und Lebendigkeit betont wird.

4. Kommt das Wasser allein als Speisenbegleiter zum Einsatz, bevorzuge ich fast immer stilles Wasser, gerne auch frisch gezapft aus dem häuslichen Wasserhahn.

5. Der Trinkgenuss erweist sich für mich dann als besonders angenehm, wenn die Temperatur des Wassers um etwa 2°C unter der des Weins liegt.

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Lass es Dir schmecken!


Wolfgang Staudt

 

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